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Bernard Sonnenschein
23.12.2025

Datenbasierte Entscheidungsfindung: Was sie bedeutet und wie sie im Mittelstand gelingt

Laptop zeigt Analyse-Dashboard, im Hintergrund präsentiert eine Person
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Jeden Tag treffen Führungskräfte Dutzende Entscheidungen. Von der Produktionsplanung über Marketingbudgets bis zur Personalstrategie. Viele dieser Entscheidungen basieren noch immer auf Erfahrung, Intuition oder schlicht auf dem, was schon immer funktioniert hat. Doch in einem Marktumfeld, das sich schneller verändert als je zuvor, reicht das oft nicht mehr aus.

Datenbasierte Entscheidungsfindung, auch bekannt als Data-Driven Decision Making, bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma. Sie ersetzt das Bauchgefühl nicht vollständig, aber sie ergänzt es um eine wichtige Komponente: objektive Fakten. Für mittelständische Unternehmen liegt hier eine enorme Chance. Denn während Konzerne längst auf Business Intelligence und Predictive Analytics setzen, nutzen viele KMUs dieses Potenzial noch nicht.

Was bedeutet datenbasierte Entscheidungsfindung konkret?

Der Begriff meint im Kern etwas sehr Praktisches. Unternehmen sammeln systematisch Daten aus ihren Geschäftsprozessen, analysieren diese und leiten daraus Erkenntnisse ab, die ihre Entscheidungen fundieren. Das können Verkaufszahlen sein, Kundenverhalten, Produktionsdaten, Markttrends oder Kundenfeedback.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Vorgehensweisen liegt darin, dass Entscheidungen auf Basis messbarer Fakten getroffen werden statt auf subjektiven Einschätzungen. Das bedeutet nicht, dass Erfahrungswissen und Branchenkenntnisse überflüssig werden. Im Gegenteil: Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo Daten und menschliche Expertise zusammenwirken.

Nur 6 Prozent der deutschen Unternehmen schöpfen das Potenzial ihrer Daten vollständig aus, 31 Prozent nutzen es eher stark, 42 Prozent eher wenig und 18 Prozent überhaupt nicht. Entsprechend sehen sich lediglich 7 Prozent als Vorreiter bei datengetriebenen Geschäftsmodellen.

Warum gerade der Mittelstand von datengestützter Entscheidungsfindung profitiert

Für mittelständische Unternehmen bietet datengestützte Entscheidungsfindung einen strategischen Mehrwert.

Agilität als Trumpf

KMUs verfügen oft über schlankere Strukturen und kürzere Entscheidungswege. Erkenntnisse aus Datenanalysen können dadurch schneller in konkrete Strategien und Maßnahmen übersetzt werden als in großen Konzernen mit ihren komplexen Abstimmungsprozessen. Wer als Mittelständler:in diese Agilität mit datenbasierter Präzision kombiniert, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil.

Ressourcendruck als Treiber

Datengestützte Entscheidungsfindung hilft dabei, Budgets effizienter einzusetzen, Fehlinvestitionen zu vermeiden und Potenziale dort zu erkennen, wo sie am größten sind. Eine Umfrage des BME unter mittelständischen Einkäufer:innen bestätigt das: 65 Prozent der Befragten sehen die Verbesserung der Datenanalyse und Entscheidungsfindung als eine der treibenden Kräfte hinter ihren Digitalisierungsbemühungen.

Kundenzentrierung als Chance

Mittelständler sind oft näher an ihren Kund:innen als große Konzerne. Wer diese Nähe mit systematischer Datenanalyse verbindet, kann Kundenbedürfnisse noch präziser erfassen und bessere Geschäftsentscheidungen treffen.

Die Voraussetzungen für datengestützte Entscheidungen

Der Weg zur datengestützten Entscheidungsfindung beginnt nicht mit der Anschaffung teurer Software. Er beginnt mit der richtigen Grundlage, und die ist oft bereits vorhanden, wird aber nicht genutzt. Wer sich mit dem Thema Daten sammeln, strukturieren und nutzen auseinandergesetzt hat, kennt die Ausgangslage. In den meisten Unternehmen schlummern wertvolle Daten in ERP-Systemen, CRM-Datenbanken, Excel-Listen und E-Mail-Postfächern.

Entscheidend ist, diese Daten zugänglich und nutzbar zu machen. Dafür braucht es drei wesentliche Bausteine.

Datenqualität als Fundament

Daten sind nur so wertvoll wie ihre Qualität. Unvollständige Kundendaten, veraltete Produktinformationen oder inkonsistente Erfassungsstandards führen zu falschen Schlüssen und damit zu schlechten Entscheidungen. Viele Qualitätsprobleme lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben. Einheitliche Datenformate, klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Bereinigungsprozesse schaffen die nötige Basis.

Die richtigen Werkzeuge

Tools wie Power BI, Tableau oder Google Looker Studio ermöglichen es auch kleineren Teams, Daten zu visualisieren, zu analysieren und Muster zu erkennen. Business Intelligence ist heute auch für KMUs zugänglich. Wichtiger als das Tool selbst ist die Frage, welche Daten tatsächlich entscheidungsrelevant sind.

Menschen mit Datenkompetenz

Die größte Herausforderung ist häufig nicht die Technologie, sondern die Kompetenz. Datenbasierte Entscheidungsfindung erfordert Mitarbeitende und Entscheidungsträger:innen, die Daten lesen, interpretieren und in Handlungsempfehlungen übersetzen können. Das muss nicht bedeuten, dass jeder zum Data Scientist werden muss. Aber ein grundlegendes Verständnis für Datenanalyse und Datenkompetenz sollte in relevanten Bereichen vorhanden sein.

In den Masterclasses auf dem data:unplugged Festival zeigen Expert:innen, wie sich Datenkompetenz im Unternehmen aufbauen lässt. Die Formate sind praxisnah und vermitteln Methoden, die direkt anwendbar sind.

Von der Theorie in die Praxis: So gelingt der Einstieg

Datengestützte Entscheidungsfindung muss nicht mit einem Großprojekt beginnen. Im Gegenteil: Die erfolgreichsten Ansätze starten klein, liefern schnelle Ergebnisse und bauen darauf auf.

  1. Bestehende Entscheidungsprozesse analysieren. Wo werden aktuell wichtige Entscheidungen getroffen, und auf welcher Basis? Welche Informationen fehlen regelmäßig? Wo verlässt man sich auf Annahmen, die man eigentlich überprüfen könnte? Diese Bestandsaufnahme zeigt, wo der größte Hebel liegt.
  2. Relevante Ziele und Kennzahlen definieren. Nicht jede Zahl, die sich messen lässt, ist auch relevant. Entscheidend ist, KPIs zu identifizieren, die tatsächlich mit den Unternehmenszielen zusammenhängen. Wer mehr Neukund:innen gewinnen will, braucht andere Kennzahlen als jemand, der die Effizienz in der Produktion steigern möchte.
  3. Erste Datenquellen anzapfen und sichtbar machen. Oft reicht ein einfaches Dashboard, das die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zeigt. Der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Wenn Zahlen plötzlich sichtbar werden, verändert das die Art, wie über Probleme und Chancen diskutiert wird.

Wer diese Prozesse vertiefen möchte, findet im Artikel zur Datenanalyse im Mittelstand weitere praktische Ansätze.

Typische Stolperfallen und wie man sie vermeidet

Der Weg zur datengesteuerten Entscheidungsfindung ist nicht ohne Herausforderungen. Einige Fehler wiederholen sich in vielen Unternehmen.

Daten allein entscheiden nicht

Daten zeigen Zusammenhänge, Muster und Trends, aber die Interpretation erfordert menschliches Urteilsvermögen. Wer Daten blind vertraut, ohne den Kontext zu berücksichtigen, trifft mitunter schlechtere Entscheidungen als jemand, der auf Intuition und Erfahrung setzt.

Die Datenflut

Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst die Menge verfügbarer Daten exponentiell. Das kann schnell überfordern. Erfolgreiche Unternehmen konzentrieren sich auf wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen, statt alles analysieren zu wollen.

Widerstand im Unternehmen

Datengestützte Entscheidungsfindung bedeutet Veränderung – und Veränderung eröffnet große Chancen. Mit kontinuierlicher Überzeugungsarbeit und ersten schnellen Erfolgen wächst das Vertrauen in die neue Herangehensweise. So wird der Mehrwert klar sichtbar, und die Akzeptanz für datenbasierte Entscheidungen steigt stetig.

KI als Beschleuniger für datengestützte Entscheidungen

Wo früher aufwändige manuelle Analysen nötig waren, können KI-Tools heute in Sekunden Muster erkennen, Prognosen erstellen und Handlungsempfehlungen generieren. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass der Einstieg in datengestützte Entscheidungsfindung einfacher wird.

Besonders interessant sind KI-gestützte Copiloten, die Entscheidungsträger bei der Datenanalyse unterstützen. Sie ermöglichen es auch Personen ohne technischen Hintergrund, mittels natürlicher Sprache Erkenntnisse aus Unternehmensdaten zu gewinnen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen und mit menschlicher Expertise zu verbinden. So verarbeitet KI große Datenmengen schnell, während der Mensch Erfahrung und Urteilsvermögen einbringt. Dieses Zusammenspiel wird Unternehmen helfen, noch bessere datenbasierte Entscheidungen zu treffen.

Der Schlüssel liegt in der Kombination. KI übernimmt die Datenverarbeitung, analysiert große Datenmengen und liefert Vorschläge. Der Mensch bringt Kontext, Erfahrung und kritisches Denken ein.

Wie diese Verbindung aus Technologie und menschlicher Expertise in der Realität funktioniert, zeigen Praktiker:innen auf der Mittelstands Stage auf dem data:unplugged Festival 2026. Unternehmen teilen dort ihre konkreten Erfahrungen mit KI-gestützter Entscheidungsfindung.

Der kulturelle Wandel: Mehr als nur Technologie

Datengestützte Entscheidungsfindung stellt in erster Linie eine kulturelle Herausforderung dar. Sie erfordert eine Unternehmenskultur, in der objektive Fakten im Mittelpunkt stehen, auch wenn diese unangenehm sein können. Eine Kultur, die es ermöglicht, Hypothesen kritisch zu hinterfragen und in der das Lernen aus Fehlern wichtiger ist als das Festhalten an bewährten Vorgehensweisen.

Dieser Wandel beginnt an der Spitze. Wenn Führungskräfte vorleben, dass sie ihre Entscheidungen auf Daten und Fakten stützen und offen für neue Erkenntnisse sind, überträgt sich das auf die gesamte Organisation.

Der Aufbau einer datenorientierten Kultur braucht Zeit. Er erfordert Geduld, kontinuierliche Schulung und das Feiern kleiner Erfolge. Aber er zahlt sich aus. Unternehmen, die Daten systematisch in ihre Entscheidungsprozesse integrieren, erzielen deutlich bessere Ergebnisse bei der Verbesserung ihrer Entscheidungsqualität.

Fazit: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Die datengestützte Entscheidungsfindung ist eine Veränderung in der Art, wie Unternehmen geführt werden. Für den Mittelstand bietet sie die Chance, mit größeren Wettbewerbern auf Augenhöhe zu agieren. Der Einstieg muss nicht perfekt sein, er muss nur stattfinden: ein kleines Pilotprojekt, ein erstes Dashboard, eine Schulung für die wichtigsten Entscheidungsträger.

Wie andere Mittelständler:innen den Weg zur datengestützten Entscheidungsfindung erfolgreich gehen, erfährst du auf dem data:unplugged Festival 2026 am 26. & 27. März in Münster. In Masterclasses, auf der Mittelstands Stage und im direkten Austausch lernst du, wie andere Unternehmen fundierte Entscheidungen auf Basis von Daten treffen. Praxisnah, ehrlich und auf Augenhöhe.

Datenbasierte Entscheidungsfindung betrifft alle Unternehmensbereiche. Für eine effektive Umsetzung ist es entscheidend, Key-Personen deines Unternehmens mitzunehmen, fortzubilden und positiv auf den Einsatz vorzubereiten. data:unplugged steht für eine breite und fundierte Wissensvermittlung, von der das gesamte Business-Team profitiert. Sicher dir jetzt ein Ticket für dich und dein Kernteam!

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